Ausgabe, Montag 06. Februar 2006

 

 

Die Blindenorganisation ONCE schreibt zum ersten mal rote Zahlen

Die ONCE, Organización Nacional de Ciegos Españoles, Spaniens Blinden-Organisation, die sich zum Großteil aus dem Straßenverkauf von Lotteriescheinen finanziert, schreibt zum ersten Mal seit ihrer Gründung vor genau 63 Jahren rote Zahlen und muss in der vorgelegten Jahresbilanz für das Jahr 2005 einen Verlust von 74,8 Millionen Euro verbuchen.

Die ONCE, präsentierte am 12 Dezember, fast auf den Tag genau zu ihrem 63 Geburtstag, die Zahlen für das Jahr 2005 und vermieste sich damit selbst alle Feierstimmung. Ein 10 % Rückgang im Lotterieverkauf auf 2,02 Milliarden Euro bringt die in Europa einzigartige Organisation ins Schlingern.

Mit mehr als 100.000 Angestellten, wovon 78 % behindert sind, leistete die Organisation im Jahr 2005, 150,3 Millionen Euro an Sozialleistungen für Sehbehinderte und 62,7 Millionen Euro an anderweitig Behinderte. Damit ist die Blindenorganisation ein deutliches Beispiel für nicht staatliche Sozialleistungsreinrichtungen, die absolut einzigartig in Europa ist.

ONCE- Präsident Miguel Carballeda, erklärte den Verkaufsrückgang seiner Lotterie durch die harte Konkurrenz von Seiten anderer Lotterien und kündigte gleichzeitig den Start einer neuen Lottomodalität an, die noch in diesem Monat starten soll.

Ein Großunternehmen mit staatlicher Unterstützung

Die Einnahmen der ONCE belaufen sich für 2005 auf 2,033 Milliarden Euro, und sogar auf 2,523 Milliarden Euro, wenn man auch die Einnahmen aus Industriebeteiligungen einbezieht. Letztes Jahr lagen die Einnahmen noch bei 2,74 Milliarden Euro. Nach Ansicht von Carlos Ruben Fernandez, dem Generaldirektor der ONCE, soll im kommenden Geschäftsjahr ein Umsatz von 2,77 Milliarden erreicht werden.

Der soziale Charakter des Unternehmens müsse weiter in den Fordergrund gestellt werden, wobei Solidarität mit Behinderten als wichtigster Kaufgrund besser an die Lotteriekunden gebracht werden soll, so Ruben Fernandez.

Die ONCE hat jedoch bereits für solche negativen Geschäftsjahre vorgesorgt. In 2004 erreichte sie eine staatliche Garantie gegen etwaige Verluste. Der spanische Staat kompensiert zwischen 2004 und 2011 die ausbleibenden Einnahmen.

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