Ausgabe, Montag 06. Februar 2006

 

 

Preiskrieg im Estanco

Nach dem am ersten Januar in Spanien die Raucher in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz deutlich zurückgedrängt worden sind, hat sich nun ein Preiskrieg der Tabakmultis entfacht. Trotz der Tabaksteuererhöhung am 20 Januar hat der US Multi Phillip Morris die Verkaufspreise gesenkt, während der franko-spanische Hauptkonkurrent Altadis die Preise angehoben hatte.

Nach der Steuererhöhung im vergangenen Monat belegt Spanien nun seine Rauchwaren mit einem in der EU durchschnittlichen Steuersatz (74,7 %). Neben der Mehrwertsteuer von 16% erhebt der spanische Staat zwei weitere Steuern auf Zigaretten. Zum einen erhält das Finanzministerium 55,95% des Zigarettenpreises und zum anderen erhält es 6,20 Euro pro 1.000 verkauften Zigaretten.

Finanzminister Pedro Solbes hatte sich eine klare Rechnung aufgemacht und erwartete von der Steuererhöhung Einnahmen in Höhe von 600 Millionen Euro. Die Reaktion der Tabakmultis war allerdings zunächst nicht eindeutig. Während Phillip Morris die Preise drastisch senkte, hielt Altadis an einer Preiserhöhung fest, die das Unternehmen allerdings am 1. Februar korrigieren musste.

Während die Edelmarken von Phillip Morris, Japan Tabacco Internationa und Co nun bei 2,35 Euro liegen, kostet das Mittelsegment nun 1,85 Euro und Schwarzer Tabak 2,00 Euro.

Die Tabak-Verkaufsstellen, Estancos, befürchten durch den Preiskrieg einen substantiellen Einbruch ihrer Umsätze bis zu 8,5 %. Deshalb haben sich auch die Tabakwarenhändler in den Preiskrieg eingeschaltet und kündigten Demonstrationen sowohl gegen die Tabakmultis als auch gegen die spanische Regierung an.

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