Konjunktur
Die Spanische Zentralbank sieht dunkle Wolken aufziehen
Die Banco de España, die spanische Zentralbank, hat in ihrem Jahresbericht zwar das anhaltende Wirtschaftswachstum der spanischen Wirtschaft bestätigt, sieht jedoch dunklere Wolken am Horizont aufziehen. Nach Jaime Caruana, dem Präsidenten der Zentralbank gefährden die schwache Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Unternehmen und die hohe Familienverschuldung ein solides Wachstum über das Jahr 2006 hinaus.
Die spanischen Zentralbank, Banco de España, hat in ihrem Jahresbericht das anhaltend hohe Wirtschaftwachstum Spaniens konstatiert, das 2004 bei 3,1 % lag, während das Vorjahr noch 2,7 % Wachstum aufwies. Spanien gehört damit zur Führungsgruppe der dynamischen Länder der UE. Für 2005 zeigen sich ähnliche Tendenzen mit einem Quartalsergebnis von 3,3 %. Doch trotz aller erfreulichen Nachrichten sieht Jaime Caruana, der Präsident der Zentralbank einige dunkle Wolken am Horizont aufziehen, die die positive Bilanz der spanischen Wirtschaft seit Mitte der neunziger Jahre bedrohen könnte. Die steigende interne Nachfrage, sei so die Banco de España für das Wachstum verantwortlich. Niedrige Zinsen und sinkende Arbeitslosenzahlen stünden hinter der dynamischen Entwicklung der spanischen Volkswirtschaft. Doch die Banco de España warnt auch vor der Gefahr, dass der private Konsum eine Zwangspause einlegen könnte und damit auch das Wachstum gefährde. Die sinkende Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Wirtschaft bedingt durch die Inflationsrate und durch die Abwertung des Euro steht zum zweitenmal hintereinander als Gefahrenpunkt im Jahresbericht der Zentralbank. Die Experten der Banco de España raten deshalb der Regierung des Sozialisten Jose Luis Rodriguez Zapatero, die Arbeitsmarktreform zügig und entschlossen anzugehen, um dessen Flexibilität und Effizienz zu steigern. Desgleichen empfehlen sie den Unternehmen verstärkt anreize zur Modernisierung zu geben.
Immobilienblase
Die spanische Zentralbank schätz die Überbewertung der Wohnungen auf zwischen 24 % und 35 %, je nach zugrundegelegtem Ermessensprofil. Ein Rückgang des Immobilienmarktes könnte dazu führen, dass die spanischen Familien noch mehr Mittel zum Kauf ihrer Wohnungen aufbringen müssten, und sich gezwungen sehen den Konsum einzuschränken. Die Experten bewerten etwaige Schutzkissen in Sparanlagen als praktisch inexistent.
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