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  Wochenausgabe 

Freitag, 17. Juni 2005 

Konjunktur

Der Preisanstieg hält ein

Das spanische Wirtschaftministerium hat diese Woche die Zahlen zur Preisentwicklung und Inflation für den Monat Mai vorgelegt. Im Vergleich zum Vormonat sind die Preise um 0,2 % gefallen und Spanien erreicht somit eine Inflationsrate von 3,1 %. Das Ministerium warnt allerdings vor den negativen Auswirkungen der Trockenheit. weiter

Zum ersten mal in 2005 sind die Preise nach unten gegangen, und belaufen sich auf ein Niveau von 3,1% gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Monatsbericht des Instituto Nacional de Estadistica, dem Spanischen Statistischen Amt, weist jedoch darauf hin, dass im Mai 2004 besonders starke Erölpreiserhöhungen zum tragen kamen. Der Dienstleistungssektor verzeichnete einen Preisanstieg von 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr.
Wirtschaftsstaatssekretär David Vegara, hob hervor, dass durch die positive Preisentwicklung auch die Wettbewerbsfähigkeit Spaniens im Vergleich zu anderen EU Mitgliedern zugenommen habe. Doch warnte er gleichzeitig vor den negativen Auswirkungen der neuen Trockenheitswelle, die sich auf den Preis der frischen Lebensmittel nachhaltig auswirken könnte.

In %

Vor-Monat

Jahres-Vergleich

Andalusien

0,2

3,1

Aragon

0,0

3,2

Asturien

0,2

2,7

Balearen

0,3

2,6

Kanarische Inseln

0,2

2,2

Kantabrien

0,2

2,8

Kastilien-La Mancha

0,2

3,2

Kastilien und Leon

0,1

2,9

Katalonien

0,2

3,6

Valencia

0,3

3,2

Extremadura

0,1

2,5

Galizien

0,2

2,9

Madrid

0,1

2,6

Murcia

0,1

3,1

Navarra

0,5

3,1

Baskenland

0,1

3,0

La Rioja

0,3

3,5

Ceuta und Melilla

0,1

1,9

Spanien

0,2

3,1

In %

Vormonat

Jahres-
Vergleich

Lebensmittel

0,1

3,2

Getränke / Zigaretten

0,0

4,4

Kleidung / Schuhe

1,1

1,2

Wohnung

0,0

5,1

Hausgeräte

0,5

2,1

Arzneimittel

0,2

1,0

Verkehrsmittel

0,1

4,7

Kommunikation

-0,1

-2,0

Freizeit / Kultur

-0,4

-0,4

Bildung

0,0

4,2

Gaststätten u. Hotels

0,3

4,3

Andere

0,1

3,1


Die Spanische Zentralbank sieht dunkle Wolken aufziehen

Die Banco de España, die spanische Zentralbank, hat in ihrem Jahresbericht zwar das anhaltende Wirtschaftswachstum der spanischen Wirtschaft bestätigt, sieht jedoch dunklere Wolken am Horizont aufziehen. Nach Jaime Caruana, dem Präsidenten der Zentralbank gefährden die schwache Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Unternehmen und die hohe Familienverschuldung ein solides Wachstum über das Jahr 2006 hinaus.

Die spanischen Zentralbank, Banco de España, hat in ihrem Jahresbericht das anhaltend hohe Wirtschaftwachstum Spaniens konstatiert, das 2004 bei 3,1 % lag, während das Vorjahr noch 2,7 % Wachstum aufwies. Spanien gehört damit zur Führungsgruppe der dynamischen Länder der UE. Für 2005 zeigen sich ähnliche Tendenzen mit einem Quartalsergebnis von 3,3 %.
Doch trotz aller erfreulichen Nachrichten sieht Jaime Caruana, der Präsident der Zentralbank einige dunkle Wolken am Horizont aufziehen, die die positive Bilanz der spanischen Wirtschaft seit Mitte der neunziger Jahre bedrohen könnte. Die steigende interne Nachfrage, sei so die Banco de España für das Wachstum verantwortlich. Niedrige Zinsen und sinkende Arbeitslosenzahlen stünden hinter der dynamischen Entwicklung der spanischen Volkswirtschaft.
Doch die Banco de España warnt auch vor der Gefahr, dass der private Konsum eine Zwangspause einlegen könnte und damit auch das Wachstum gefährde. Die sinkende Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Wirtschaft bedingt durch die Inflationsrate und durch die Abwertung des Euro steht zum zweitenmal hintereinander als Gefahrenpunkt im Jahresbericht der Zentralbank.
Die Experten der Banco de España raten deshalb der Regierung des Sozialisten Jose Luis Rodriguez Zapatero, die Arbeitsmarktreform zügig und entschlossen anzugehen, um dessen Flexibilität und Effizienz zu steigern. Desgleichen empfehlen sie den Unternehmen verstärkt anreize zur Modernisierung zu geben. 

Immobilienblase
Die spanische Zentralbank schätz die Überbewertung der Wohnungen auf zwischen 24 % und 35 %, je nach zugrundegelegtem Ermessensprofil. Ein Rückgang des Immobilienmarktes könnte dazu führen, dass die spanischen Familien noch mehr Mittel zum Kauf ihrer Wohnungen aufbringen müssten, und sich gezwungen sehen den Konsum einzuschränken. Die Experten bewerten etwaige Schutzkissen in Sparanlagen als praktisch inexistent.


Steuern

Reduzierung des Steuersatzes für non resident Ausländer

Ausländer, die in Spanien Einkommen beziehen, aber nicht in Spanien wohnen, werden künftig nur noch mit 25% des Einkommens besteuert. Die spanische Regierung verabschiedete das Dekret vergangenen Freitag, dem 10 Juni.

Die spanische Regierung will das hochbezahlte Sportler, vor allem Fußballer, und Topmanager künftig in Spanien Ihre Steuern bezahlen, und nicht in Steuerparadiesen, wie bisher üblich. Nach der Sitzung am vergangenen Freitag, 10. Juni, hat die Regierung den Steuersatz für non resident Ausländer von 45 % auf 25 % gesenkt. Und damit das von der Vorgänger-Regierung auf den Weg gebrachte Gesetz ausgearbeitet.
Spanien glaubt damit neue Steuereinnahmen von in Spanien arbeitenden Topmanagern ausländischer Firmen und von hochbezahlten Spitzensportlern zu erhalten. 


Transport

Die Spediteure drohen mit Streik um Dieselpreiszuschüsse zu ergattern

Die Confederación Española de Transporte de Mercancias, CETM, der Berufsverband der spanischen Spediteure, droht der spanischen Ministerin für Fomento, Magdalena Alvarez, mit Streiks, falls sie nicht einen Verhandlungsgremium über die hohen Dieselpreise einberuft.

Die spanischen Spediteure leiden besonders unter der Erhöhung des Dieselpreises und haben deshalb von der Regierung Zuschüsse gefordert, damit sie weiterhin wettbewerbsfähig bleiben können und den 25 % Preisanstieg seit Jahresbeginn nicht aus eigener Tasche zu bezahlen hätten .


Fischerei

Die EU-Kommission schließt die Sardellenfischerei

Die EU-Kommission hat im Einvernehmen mit der spanischen und französischen Regierung eine Schließung der Sardellenfischerei beschlossen, die Anfang Juli in Kraft treten könnte. Die Biomasse dieser Fischart war im Golf von Vizcaya weit unter die für den Arterhalt nötigen Grenzwert gesunken.

Die Schließung der Sardellenfischerei im Golf von Vizcaya ab Juli diesen Jahres für sechs Monate soll den Bestand der Art retten, die durch Überfischung bereits kurz vor der Katastrophe steht. Sowohl französische als auch spanische Fischer dürfen ab diesem Datum nicht mehr mit Netzen in den Golf von Vizcaya ausrücken.
Die spanische Sardellenflotte liegt bereits seit dem 12. Mai in ihren Heimathäfen im Baskenland und in Kantabrien. Die mehr als 1.000 betroffenen Arbeitsplätze in der Konservenindustrie sollen durch den Import von 6.000 Tonnen Sardellen erhalten werden.


Telekommunikation

Einheitliche Regulierung für den Ausbau des Mobiltelefonnetzes

Das spanische Industrieministerium hat eine Lösung für den Ausbau des Mobiltelefonnetzes und zur Installierung der dazu benötigten Antennen gefunden. Nachdem fast zwei Jahre lang die Neuinstallation von Antennen auf Eis gelegt war, soll nun ein von allen Beteiligten getragenes Komitee einheitliche Richtlinien festlegen und überwachen. 

Der Ausbau des Mobiltelefonnetzes in Spanien war bislang auf große Hindernisse bei den lokalen Verwaltungen gestoßen und drohte die in die Wege geleitetet UMTS Modernisierung zu gefährden. Die Erteilung der Lizenzen soll nun sechs Monate dauern und nicht wie bisher 18 Monate.
Insgesamt umfasst das Netz in Spanien 27.000 Antennen, um die volle Abdeckung zu gewährleisten sind weitere 5.000 Antennen notwendig.


Textilbranche

Aktienkurs von Inditex bricht ein

Das spanische Vorzeigeunternehmen Inditex verzeichnete einen Einbruch seines Aktienkurses von 6,61 % nach der Bekanntgabe der stagnierenden Verkaufszahlen am 13. Juni. Besonders neueröffnete Geschäfte in Deutschland und Großbritannien seien ausschlaggebend für die Stagnation des Verkaufsvolumens, teilte das Unternehmen mit.

Trotz einer relativ stolzen Bilanz mit einem 25 % Zuwachs des Nettogewinns im ersten Quartal, auf 125 Millionen Euro, und einem Verkaufsvolumen von 1, 046 Milliarden Euro, 19 5 mehr als im ersten Quartal des Vorjahres, haben die Börsenanalysten die Stagnation für wichtig empfunden und so den größten Kurseinbruch für Inditex in den letzten 18 Monaten bewogen.
Inditex Chef Jose Maria Castellano prognostiziert jedoch eine deutliche Verbesserung im Juli und schätzte den Verkaufszuwachs in neueröffneten Läden (weniger als 12 Monate) auf 4 oder 5 % bis zum Jahresende.


Textilindustrie kritisiert EU Übereinkommen mit China

Der spanische Consejo Intertextil Español (CIE), größte Industrievereinigung im Textilsektor, kritisiert das EU-Übereinkommen mit China als ungenügend. 

Obwohl das übereinkommen de EU-Kommission mit China generell ein Fortschritt sei, so habe das Abkommen große Teile der Importierten Textilmaterialien außer acht gelassen, teilte CIE mit. Auch sei die Berechnungsgrundlage für die Importgrenzen zu hoch angesetzt, meinen die Spanier.

Währenddessen haben sich die Schuhfabrikanten Spaniens an die EU gewandt um ein ähnliches Abkommen für ihre Branche zu erreichen.


Versicherungen

Mapfre baut auf den Argentinischen Markt

Der spanische Versicherungsmarktführer Mapfre hat mit einem weitreichenden Expandierungsprogramm in Argentinien begonnen. Eine Investition von 4,3 Millionen Euro hat das Ziel das argentinische Netz auf 500 Filialen auszubauen.

Der größte Versicherungskonzern Spaniens, Mapfre, baut auf Argentinien als Zukunftsmarkt. Bis 2007 sollen insgesamt 280 neue Filialen eröffnet werden und damit die stolze Zahl von 500 erreicht werden.
Diego Sobrini, Chef der Mapfre Argentina unterstrich das Engagement seiner Firma im südlichen amerikanischen Kontinent, wo Mapfre derzeit mit 6,5 % Marktanteil auf Platz drei rangiert und ein Policenvolumen von über 26 Millionen Euro für das Jahr 2005 erwartet.

Mutua Madrileña Automovilistica, die größte spanische Genossenschaftliche Versicherung, will auch außerhalb der Region Madrid aktiv werden. Firmendelegationen in Barcelona, Valencia, Saragossa, Sevilla und La Coruña, sollen den derzeitigen Marktanteil verdoppeln helfen. Neue Produkte für Behinderte und ältere Menschen seien, so Jose Maria Ramirez Pomatta, Präsident der Mutua Madrileña, bereits vorbereitet.


Kurznachrichten

INISAS und CLINISAS, die von der staatlichen Holding Sepi kontrollierte Unternehmen aus der Krankenversorgungsbranche sollen in den nächsten Monaten privatisiert werden.

Private Altersvorsorge zahlt sich in Spanien aus. Die Rentabilität privater Altersversorgungspläne ist im Mai auf 5,43 % gestiegen.

Aguas de Barcelona (Agbar), das katalonische Wasserwirtschafts- und Serviceunternehmen, zahlt 36,1 Millionen Euro an Dividenden. Pro Titel werden 0,2108 Euro Dividende ausbezahlt, die aus dem Ge3winn des Jahres 2004 stammen.

Soluziona Tochter Scoin, das Energiewirtschaftsprojekte durchführt, wird in Mexiko Teile der Stromverteilungsinfrastruktur erstellen. Der Auftrag beläuft sich auf 7 Millionen Euro.

Hypothekenzahlungen sind nach wie vor äußert diszipliniert. Im ersten Quartal stieg die Zahl der Zahlungsunfähigkeit bei Hypotheken zwar leicht an, befindet sich aber mit 0,451 % auf einem sehr niedrigen Niveau.

Telefónica Móviles bezahlt eine 0,193 Euro Dividende aus dem Gewinn des Jahres 2004.

Cementos Portland, der Zementfabrikant des Baulöwen FCC, hat ein neues Werk in den USA in Betrieb genommen. Die Investitionen beliefen sich auf 108 Millionen Euro.

Ence, der spanische Papierfabrikant, investiert rund 600 Millionen Euro in ein Werk in Uruguay, das von der Weltbank und der BBVA zu je 50 % finanziert wird.

Airbus erhöht den spanischen Anteil am A-350 auf etwa 7 %, so der Airbuspräsident Gerard Blanch.

Schwarzfuss Schinken aus Spanien wird nun auch in den USA zum Renner werden, nachdem die amerikanische Regierung die Einfuhr von direkt in Spanien geschlachtetem Schweinefleisch gestattet.

Ferrovial, zweitgrößtes Bau- und Serviceunternehmen Spaniens, übernimmt für die nächsten 15 Jahre die Pflege und Wartung des Fuhrparks der britischen Armee. Der Vertrag beläuft sich auf 897 Millionen Euro und umfasst schere Baumaschinen, Werkstätten und alle Ingenieurseinrichtungen der Army.


Personalien

Rafael Miranda, CEO von Endesa, wurde zum Präsidenten des europäischen Stromunternehmerverbandes Eurelektric gewählt.

Pablo Isla, neuer Chef des Textilriesen Inditex, hat 25.100 Aktien des Unternehmens gekauft und besitzt nun 0,004 % des Kapitals von Inditex.

Marcelino Oreja, früherer spanischer EU-Kommissar und derzeit Präsident des Baugiganten FCC, und verschiebt somit seine Pensionierung. Die Hauptaktionärin des Unternehmens Esther Koplowitz verzichtete auf die Präsidentschaft.


Wochenausgabe vom 10. Juni als PDF Version (155 KB)

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Freitag, 10. Juni 2005 

Telekommunikation

Telefónica Móviles will fast 2 Milliarden Euro investieren 

Der Vorstand von Telefónica Móviles, Antonio Viana-Baptista, hat eine Serie von Neuinvestitionen in Infrastrukturprojekte angekündigt, die sich auf 1,7 Milliarden Euro belaufen. Damit will der größte spanische Mobiltelefonanbieter sein Netz ausbauen und sich für die UMTS Technologie aufrüsten. 

Antonio Viana-Baptista kündigte einen sehr ambitionierten Investitionsplan an, der dem spanischen Marktführer in der Mobiltelephonie seinen Führungsplatz auch bis über 2010 hinaus sichern soll. Mit 1,7 Milliarden Euro will Telefónica Móviles ihr Antennennetz auf 13.000 Einheiten bis 2008 erhöhen und damit die UMTS Technologie voll einführen.

Viana-Baptista bezifferte die UMTS Kunden nach Abschluss des ersten Trimesters 2005 auf circa 65.000. Das Unternehmen strebe ein ambitioniertes Ziel an, dass bis 2008 etwa 40% der Kunden UMTS nutzen werden.

Telefónica Móviles sprach sich auch gegen die Initiative der spanischen Regierung aus, die Preise im Mobiltelefonsektor zu senken. Telefónica glaubt, dass die verstärkte Konkurrenz und die Verbesserung der Infrastrukturen den Markt preislich ganz von alleine nach unten bewegen werden.

Derweil kritisieren alle drei großen Mobiltelephonanbieter die Passivität von Xfera, die eine UMTS-Lizenz erworben hat, aber bisher keinerlei Aktivitäten, weder kommerzieller noch infrastruktureller Art getätigt hat. Die virtuellen Anbieter, die über keinerlei Infrastruktur verfügen und Minutenpakete bei den großen drei Anbietern aufkaufen, stehen ebenfalls in der Kritik, da sie keinerlei Investitionen in Infrastrukturprojekte machen.


Wohnungsbau

Der Wohnungsmarkt in Spanien beginnt sich etwas abzukühlen

Nach einer Studie einer großen Immobilienmakler-Bürokette, Don Piso, hat sich der Zeitraum zum Verkauf einer Wohnung um 41 % auf durchschnittlich 86 Tage erhöht. Gleichzeitig macht sich auch eine Verringerung des Preisanstiegs bemerkbar.

86 Tage braucht derzeit ein Wohnungsbesitzer um seine alte Wohnung loszuwerden. 2003 waren dazu nur 61 Tage notwendig. Nach einer Studie von Don Piso, einer Immobilienmaklerkette, zeigt sich nach sieben Jahren ungebrochenem Boom nun doch ein leichtes Abflauen. Der Preisanstieg für Wohnimmobilien wird für 2005 auf etwa 13,3 % prognostiziert. 2005 waren es noch ganze 17 %.

Seit dem Beginn des Booms vor sieben Jahren, haben die Wohnungspreise einen Anstieg von 150 % erfahren. Jährlich wurden dabei etwa 550.000 neue Wohnungen gebaut. Das Jahr 2004 erreichte einen Rekord von 700.000 neuen Wohnungen.


Börse

IBEX 35 bekommt frischen Wind 

Der Börsenindex IBEX 35 bekommt ab 1. Juli zwei neue Mitglieder und ab 8. Juli einen Ersatzwert für Amadeus.

Der spanische Börsenindex IBEX 35 nimmt zum 1. Juli Cintra, die Konzessionstochter des Bauunternehmens Ferrovial und Red Eléctrica de España (REE), den spanischen Stromverteiler, auf. NH Hoteles und die Bank Banesto verlassen den selektiven Klub.

Zum 8 Juli wird auch der Fernsehsender Antenna3 zum IBEX 35 gehören und löst damit Amadeus ab, die nach der übernahme durch Wam Acquisition nicht mehr an der Börse agiert.

Cintra wird als ponderierter wert mit 60% geführt werden, während REE und Antenna3 voll gewichten. Vom 28. Juni bis 8. Juli, der Aufnahme von Antenna3 wird der Ibex 35 nur 34 Werte beinhalten.


Handel

Supermarktketten weiter auf dem Vormarsch

Laut Industrie- und Handelsministerium sind die Supermärkte weiter auf dem Vormarsch in der Deckung des Konsums der Spanier. 2004 haben sie 2,9% an Marktanteilen zugenommen und bei verpackten Lebensmitteln sogar 26,2 %.

Die Supermarktketten gewinnen zunehmens an Einfluss, wenn es um die Lebensmittelversorgung der Spanier geht. Mit einem Marktanteil von 65,2 % sind diese Geschäfte in den letzten zehn Jahren bedeutend gewachsen. Ursache dafür ist das Handelsgesetz von 1996, das eine verstärkte Ladenöffnung auch an Sonntagen möglich machte. In Spanien sind die meisten Supermärkte ohnehin von Montag bis Samstag von 10 bis 21:30 geöffnet.

Marktführer ist weit vor den deutschen Ketten Lidl und Supersol, die valenzianische Mercadona Kette, mit 10,1 % Marktanteil. Die fast 1000 Läden mit einer Durchschnittsgröße von 1.300 Quadratmetern ergeben eine Verkaufsfläche von 11% des Gesamtvolumens. Mercadona erreichte 2004 einen Umsatz von 8,77 Milliarden Euro und übertraf damit die französische Carrefour Gruppe, die mit Carefour, Dia und Champion in Spanien operiert.

% Marktanteil der Supermarktketten
in 2004:
Mercadona 10,1
Dia 8,3
Carrefour  6,8
Eroski Supermarkt 6,6
Caprabo 5,8
Supersol 4,4
Lidl 3,1
Champion 3,0
Coviran 2,6
Eroski Hypermarkt 2,5
El Arbol 2,5
Alcampo 2,4
Andere 41,9


Leder- und Textilindustrie

Die Spanische Schuhindustrie leidet am Chinafieber

Auch die Spanische Schuhindustrie mit ihrem Zentrum in Valencia leidet unter der starken Konkurrenz aus China. Wichtige Märkte wie die USA haben bereits starke Nachfragerückgänge aufzuweisen.

2004 haben spanische Schuhfabrikanten insgesamt 7 Million Paar Schuhe in die USA geliefert und damit einen Umsatz von 178,9 Millionen Euro erreicht. Dies bedeutet einen Rückgang um fast 24 % im Vergleich zum Vorjahr.

Für Spanische Schuhe ist der so wichtige US Markt in den letzten Jahren von 18,5 Millionen Paar in 1999 auf nur 7 Millionen Paar geschrumpft. Den Verlust beziffert die Federación de Industrias del Calzado Español (FICE) auf etwa 32,7 Millionen Euro.

Auch der Spanische Markt wird von chinesischen Schuhen geradezu überschwemmt. Im ersten Quartal 2005 haben die Importe aus China um 73,2 % zugenommen, so der Schuhfabrikantenverband.


Private Bildung

Neue Krise bei Englisch-Sprachschulen

Nach den vor drei Jahren Pleite gegangenen Unternehmen Opening, Oxford und Brighton trifft es nun die Schulkette Wall Street Insitute. Der Markt der großen Sprachschulen verliert damit erneut einen durch Werbung hervorgetretenen Vertreter.

Dass fast ganz Spanien Englisch lernt ist längst kein Geheimnis mehr, Dass dies mehr und mehr in großen Sprachagenturketten passiert auch nicht. Trotzdem haben sich in den letzten drei Jahren bereits drei große Ketten vom Markt verabschiedet und fast 175.000 Schülern auf ihren Krediten zur Finanzierung des Unterrichts sitzen lassen.

Wall Street Institute, Marke der International Educational Provider (IEP) schließt seine 18 Sprachschulen, wovon etwa 130 Mitarbeiter und über 2.000 Schüler betroffen sind. Die Franchisenehmer jedoch sind davon nicht betroffen, wie deren Dachunternehmen, Wall Street Institute International beteuert. In Madrid, Barcelona und Valencia funktionieren 17 Sprachschulen als Franchise unter der Marke Wall Street Institute.


Kurznachrichten

Supermärkte – Die Supermarktkette El Arbol, übernimmt von Konkurrenten Eroski 10 Läden in Castilla-León und Asturien wo die Kette bereits stark verankert ist.


Dividenden - Die an der Madrider Börse notierten Unternehmen haben im ersten Quartal 2005 4,073 Milliarden Euro an Dividenden ausbezahlt und damit den Vergleichswert im Vorjahreszeitraum um 52,8 % übertroffen.


IBERIA – Iberia Chef Angel Mullor hat das bisher unmöglich geglaubte erreicht: Alle Gewerkschaften, Vertreter des Bodenpersonals und der Flugbegleiter, haben sich gegen die geplante Lohnstagnierung zusammengeschlossen. Gewerkschaftsvertreter haben klar gemacht, dass der Tarifvertrag nicht unterschrieben werde, bis der neue Gesamtplan für Iberia vorliege.


Telefónica, das spanische Pendant zur Telekom, hat ihr Stammkapital um 0,7% verringert. Erreicht wurde dies durch die Amortisierung von 34,76 Millionen Aktien zum Preis von einem Euro.


Abengoa, das spanisch Technologie und Dienstleistungsunternehmen kündigt die Erweiterung des Vorstand um zwei neue Mitglieder auf nunmehr neun an. Dieser Vorschlag wird der Hauptversammlung der Aktionäre am 26. Juni vorgelegt.


Allianz und Santa Lucia haben sich in 2004 die meisten Kundenbeschwerden eingehandelt. Nach den Statistiken der Verbraucherschützer haben insgesamt 273 Kunden gegen beiden Versicherungsunternehmen reklamiert.


Personalien

Manuel Lopez Figueroa und Ernest Robert Podesta haben ihre Stühle im Vorstand der spanischen Bank Barclays España geräumt. Beide scheiden nach Ablauf ihrer Verträge aus der Bank aus. 

Honorato López Isla ist neuer Vorsitzender des Vorstandes von Soluziona, der Dienstleistungssparte des Elektrizitätsgiganten Unión Fenosa, die er als CEO leitet. Soluziona bereitet spanischen Presseberichten zufolge den Börsengang vor.

Mónica Lopez-Monis wurde zur Sekretärin des Vorstandes der Handelskette Aldeasa berufen und löst damit José Pedro Pérez-Llorca ab.

Fernando Martin scheidet nach dem Verkauf seiner Anteile aus dem Vorstand des Bau- und Immobilienriesen Sacyr Vallehermoso aus. Martin hatte seine 5,96 % Anteile für 265,71 Millionen Euro verkauft.


   

 


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